„Diesen Sommer“, sagte er und sah Ronja an, „ja, diesen Sommer werde ich bis an mein Lebensende in mir tragen, das weiß ich.“ (Astrid Lindgren in „Ronja Räubertochter“)

Liebe Freunde!
Den längsten Tag des Jahres durfte ich vor einigen Wochen nach einem Konzert auf Borkum erleben. Es wollte und wollte nicht dunkel werden. Was für ein besonderes Erlebnis und trotzdem ist dieser längste Tag wieder vorbei und die Tage werden jetzt auch schon wieder kürzer … Das Leben ist ein ständiges Abschied nehmen. Daran muss ich mich selbst immer wieder erinnern. In einem Seminar, in dem der Veranstalter mich und meine Tätigkeiten zuvor sehr ausführlich vorgestellt hatte, zitierte ich einmal den Satz: „Man stirbt so wie man gelebt hat“. Da meldete sich ein Seminarteilnehmer und meinte: „Dann werden sie sicher recht alt, denn sie haben bestimmt keine Zeit zum Sterben.“ Er hatte die Lacher auf seiner Seite.
Victor Frankl wurde in einem Interview einmal gefragt, ob er Angst vor dem Sterben hätte. Daraufhin sagte er: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich wäre eher sehr besorgt darüber, nicht ausreichend gelebt zu haben“. Wer das Leben vom Ende her begreift, gewinnt eine neue Sicht auf das Leben. Manchmal lese ich Todesanzeigen in der Zeitung oder betrachte mir Inschriften auf Grabsteinen. Manche beeindrucken mich, andere rühren mich zu Mitleid.
Was soll einmal auf meinem Grabstein stehen? Wie könnte ich in ein bis zwei Sätzen mein Leben auf den Punkt bringen? Was würde ich über mich in meiner eigenen Beerdigungsrede sagen?

Und? Was soll einmal am Ende Deines Lebens über Dich gesagt werden? Warst Du ein guter Mensch? Ist es Dir gelungen, das umzusetzen, was Du Dir vorgenommen hast? Und wer wird zu Deiner Beerdigung kommen? Was willst Du heute verändern um diesen Sommer zu einem Sommer zu machen, den Du bis an Dein Lebensende in Dir tragen wirst?




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